Bilanz der EU-Fischbestände: keine Erholung im Mittelmeer, aber einige gute Nachrichten aus der Nordsee

Einige Fischbestände im Nordost-Atlantik zeigen eine langsame Erholung, aber 95 Prozent der Fischbestände im Mittelmeer sind überfischt – diese Bilanz zogen Wissenschaftler am Dienstag bei der Jahrestagung der Kommission zur Lage der Fischbestände und der Fischwirtschaft in den europäischen Gewässern.

Hier finden Sie den Videobericht von der Tagung, einschließlich der Beträge der Wissenschaftler

MITTELMEER & SCHWARZES MEER
95 Prozent der Fischbestände im Mittelmeer und im Schwarzen Meer sind überfischt (d.h. die Fangmengen sind höher als sie es sein dürften, damit die Fischbestände auf eine nachhaltig nutzbare Bestandsgröße anwachsen), sagte Dr. Massimiliano Cardinale, der Vorsitzende der Arbeitsgruppe von STECF-Sachverständigen zu den Mittelmeerbeständen.

Zwei weitere wissenschaftliche Bewertungsgremien (STECF und GFCM) sind zu ähnlichen Schlussfolgerungen gekommen. Die Wissenschaftler sehen bei keiner einzigen Fischart oder Fangregion Verbesserungen. Die Gesamtfangmenge müsste um 45 bis 51 Prozent zurückgefahren werden, um eine nachhaltige Befischung zu erreichen (Fmsy).

Obgleich die Flottenleistung (gemessen als Motorstärke oder Tonnage) geringfügig zurückgegangen ist, hat dies keinerlei Rückgang des Befischungsdrucks bewirkt. Um die Überfischung zu vermindern, müssten die Fischer selektiveres Fanggerät benutzen, sagte Massimiliano Cardinale.

Als gute Nachricht aus dem Mittelmeerraum gibt es lediglich eine Verbesserung des Kenntnisstandes zu verbuchen. Dank neuer Methoden können die Fischbestände Jahr für Jahr genauer erfasst werden.

> Download the presentation by Massimiliano Cardinale

NORDOST-ATLANTIK (EINSCHLIESSLICH NORDSEE & OSTSEE)
In den letzten zehn Jahren hat sich die Lage bei vielen Fischbeständen im Nordost-Atlantik verbessert, sagte Dr. Carmen Fernandez, stellvertretende Vorsitzende des ICES-Beirats. Im Allgemeinen geht die fischereibedingte Sterblichkeit zurück, und die Fischbestände erholen sich langsam. Der Anteil an Fischbeständen, die nachhaltig befischt werden, nimmt zu.

Es gibt jedoch einige nennenswerte Ausnahmen. So ist beispielsweise die Biomasse der Kabeljaubestände in der Nordsee und im Skagerrak weiterhin geringer als der biologisch sichere Mindestwert. Darüber hinaus ist die Datenlage für viele Fischbestände weiterhin unzureichend.

> Download the presentation by Carmen Fernandez

WIRTSCHAFTLICHE LAGE DES FISCHEREISEKTORS
2011 war ein relativ gutes Jahr für den EU-Fischereisektor. Eine verkleinerte Flotte hat weniger Fisch angelandet, konnte ihren Gewinn aber dennoch steigern. Kleine Fangschiffe mit Stellnetzen werfen weiterhin mehr Gewinn ab als große Trawler mit Schleppnetzen.

> Download the presentation by John Anderson

VIDEO:
Das Seminar kann als Video auf der Internetseite der Kommission abgerufen werden.

VERGLEICH MIT DEM VORJAHR
Zustand der europäischen Fischbestände, September 2012

Axel Naver

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